Der Druck und die relativ kostengünstige Produktion von Tageszeitungen sind erst durch die Erfindung des Buchdruckes und in seiner Folge auch großer Druckmaschinen bis hin zu Druckstraßen möglich geworden. In der Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden so die ersten Tageszeitungen und auch sehr hochwertige Lexika, die in einem aufwendigen Prozess recherchiert und produziert wurden. Diese hatten einen so hohen Preis, dass sie oftmals als eine Art Abo Monat für Monat ausgeliefert worden sind. Doch wie sieht die Zukunft der Printmedien aus und wo geht die Reise hin?
Die ersten Tageszeitungen waren nur einfarbig
Heute noch kaum vorstellbar: Die ersten Tageszeitungen wurden lediglich einfarbig gedruckt und die schwarz-weißen Bilder entstanden durch die Dichte dunkler Punkte in einem Raster, die dann den Eindruck eines echten Schwarz-Weiß-Fotos machten. Die Artikel wurden nicht mit einem Textbearbeitungssystem geschrieben, sondern aus einzelnen Lettern Buchstabe für Buchstabe zusammengesetzt. Deshalb gab es meist nur wenige Schriftgrößen: Eine ganz große Schrift für die Schlagzeilen bzw. Überschriften und die kleinere Schriftart für den Text des Artikels. Diese dann einmal geschriebenen Texte wurden als Vorlage bzw. Druckplatte genutzt und auf eine Rolle montiert. So konnten große Stückzahlen wirtschaftlicher gedruckt werden, als wenn jeder Text beispielsweise noch einmal mit der Schreibmaschine abgeschrieben worden wäre. Erst später kam die Umstellung auf den Mehrfarbdruck: Dabei wurden die einzelnen Farben hintereinander gedruckt, weshalb das Zeitungspapier des “ersten” Druckvorganges auch exakt eingelegt werden musste, damit es insbesondere nicht zu Farbverschiebungen in den Bildern kam. Um leuchtendere Farben zu bekommen, war der Vierfarbdruck lange Zeit Standard.
Revolution in den 60/70er Jahren
Die Modernisierung der Druckindustrie ermöglichte auch den Aufstieg der Versandhäuser. Diese produzierten Kataloge, die teilweise über 1.000 Seiten dick waren und den Kunden sogar kostenlos zur Verfügung gestellt wurden. Neben den Tageszeitungen entwickelte sich der Druck und Versand von Katalogen zu einem echten Kerngeschäftsfeld der Druckereien. Diese stellten oftmals nicht nur den berühmten Quelle-Katalog her, sondern viele Spezialkataloge und Broschüren. Diese waren ebenso wie eine sich stetig erweiternde Zeitschriften-Landschaft auch Bestandteil der Lebensstile insbesondere der Mittelklasse-Familien, die relativ weit entfernt von den Städten wohnten.
Die Digital-Euphorie sorgte für einen kurzen Einbruch
Obwohl sich die Drucktechnik immer weiter verfeinerte und kostengünstiger und besser wurde, gab es in den letzten 5 Jahren einen leichten Einbruch bei der Druckindustrie. Dennoch lesen die Menschen mehr denn je und die Druckerei hat heute mehr Berechtigung denn je. Zudem sind die Variationsmöglichkeiten größer geworden und viele Unternehmen setzen insbesondere bei wertigen Produkten mehr und mehr auf Print. Als Zeichen für die Hochwertigkeit und Bedeutung des Kunden. Dabei sind auch Hybridvarianten sehr gefragt, die beispielsweise einen für alle Kunden gleichen Inhalt als Kern haben und auf die auf den beiden außen liegenden Seiten individualisierte Angebote zusätzlich per Laserdruck eingedruckt werden.
Printmedien sind aus dem heutigen Leben nicht mehr wegzudenken. Auch wenn sich die Schwerpunkte verschoben haben – weg vom Versandhauskatalog zu anderen Formen, das Gefühl und die Haptik des “echten” Printproduktes sind nicht wegzudenken.